Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch, und Kia ist entschlossen, eine führende Rolle in der Elektrifizierung zu übernehmen. Mit dem EV3 hat der koreanische Hersteller einen kompakten Elektro-SUV entwickelt, der sich klar an die europäischen Bestseller in diesem Segment richtet. Wie schlägt sich der kleine Stromer im ersten Test? Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, was der EV3 wirklich kann.
Seit jeher ist Kia für seine attraktiven Designs und gute Preis-Leistungs-Verhältnisse bekannt. Mit dem EV3 setzen die Koreaner diese Tradition fort und liefern ein Paket, das auf den ersten Blick viel zu bieten scheint. Doch wie sieht es mit der Alltagstauglichkeit und Effizienz aus? Ist der EV3 wirklich eine ernsthafte Alternative zu den etablierten Modellen?
Kompakt außen, überraschend geräumig innen
Optisch tritt der Kia EV3 selbstbewusst auf. Die klaren Linien und das markante Design vermitteln den Eindruck eines robusten, aber dennoch eleganten Crossovers. Auf den ersten Blick mag der EV3 kompakt erscheinen, doch im Innenraum wartet eine echte Überraschung.
Dank des flachen Akku-Packs unter dem Boden bietet der Elektro-SUV einen erstaunlich großzügigen Innenraum. Selbst auf den Rücksitzen fühlt man sich nicht eingequetscht, und der Kofferraum schluckt ebenfalls eine beachtliche Menge an Gepäck. Kurzum: Der EV3 ist deutlich geräumiger, als man von außen vermuten würde.
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Ein weiteres Plus ist das minimalistische Cockpit-Design. Statt einer Flut an Schaltern und Displays dominiert eine cleane, aufgeräumte Optik den Innenraum. Allerdings lässt sich die Bedienung der Infotainment-Funktionen nicht ganz so intuitiv gestalten, wie man es von Kia gewohnt ist.
Technikbasis: e-GMP light statt Highend
Als technische Basis dient dem Kia EV3 eine abgespeckte Version der E-Plattform e-GMP, die bereits im EV6 zum Einsatz kommt. Im Vergleich zum Topmodell fallen einige Features weg, sodass der EV3 eher als “e-GMP light” bezeichnet werden kann.
So muss der Kunde beispielsweise auf das 800-Volt-Ladesystem verzichten und sich mit 400 Volt begnügen. Auch bei der Motorleistung und Reichweite liegt der EV3 etwas hinter seinem großen Bruder. Dennoch bietet der Antriebsstrang solide Fahrleistungen und eine für den Einsatzzweck mehr als ausreichende Reichweite.
Positiv hervorzuheben ist die Rekuperations-Funktion “i-Pedal 3.0”, die dem Fahrer ein präzises Dosieren der Bremskraft ermöglicht. So lässt sich der EV3 mit nur einem Pedal zügig und effizient durch den Stadtverkehr manövrieren.
Verbrauch: kein Sparwunder, große Batterie kaschiert den Hunger
Beim Thema Verbrauch legt der Kia EV3 keine Bestmarken hin. Im Testbetrieb pendelte sich der Energieverbrauch zwischen 18 und 22 kWh pro 100 Kilometer ein. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie dem Volkswagen ID.3 oder Hyundai Kona Elektric liegt der EV3 damit etwas über dem Durchschnitt.
Allerdings kaschiert die großzügig dimensionierte Batterie mit 64 kWh den erhöhten Energiehunger. So bietet der Elektro-SUV eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern, was für die meisten Alltagsfahrten mehr als ausreichend sein dürfte.
Wer den EV3 regelmäßig an Schnellladestationen auflädt, kann den höheren Verbrauch zudem gut verkraften. Dank des 400-Volt-Systems lässt sich der Akku in weniger als 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen – ein beachtlicher Wert für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse.
Zweite Batterievariante für kürzere Strecken
Kia bietet den EV3 in zwei Batterievarianten an: Neben der 64-kWh-Version gibt es auch ein Modell mit einer 39-kWh-Batterie. Letzteres richtet sich vor allem an Kunden, die den Elektro-SUV hauptsächlich für kürzere Strecken im Stadtverkehr nutzen.
Mit der kleineren Batterie sinkt zwar die Reichweite auf rund 300 Kilometer, dafür reduzieren sich aber auch Gewicht und Preis des Fahrzeugs. Wer also keine Langstrecken plant, kann mit der 39-kWh-Variante durchaus Geld sparen, ohne allzu große Abstriche machen zu müssen.
Ein cleverer Schachzug von Kia, um den EV3 an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anzupassen. So lässt sich der Elektro-SUV optimal an verschiedene Einsatzzwecke anpassen.
Preise, Ausstattung und teure Extras
Beim Thema Preise und Ausstattung geht Kia einen typischen Weg. Der Einstiegspreis für den EV3 liegt bei knapp 35.000 Euro, was durchaus konkurrenzfähig ist. Allerdings muss man für die attraktiven Ausstattungslinien tief in die Tasche greifen.
| Modellvariante | Preis | Reichweite |
|---|---|---|
| EV3 39 kWh | ab 34.990 € | ca. 300 km |
| EV3 64 kWh | ab 39.990 € | bis zu 450 km |
Wer beispielsweise die Komfort-Ausstattung oder das Premium-Infotainmentsystem haben möchte, muss schnell 40.000 Euro und mehr investieren. Hier zeigt sich, dass Kia durchaus auch in Richtung Premiummarken expandieren möchte.
Insgesamt bietet der EV3 aber ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank der zwei Batterievarianten und zahlreichen Ausstattungsoptionen lässt sich der Elektro-SUV sehr individuell konfigurieren.
Für wen sich der Kia EV3 wirklich lohnt
Wer auf der Suche nach einem praktischen, geräumigen und bezahlbaren Elektro-SUV ist, für den kann der Kia EV3 durchaus eine interessante Option darstellen. Vor allem Familien, die hauptsächlich kürzere Strecken in der Stadt zurücklegen, dürften vom EV3 profitieren.
“Der EV3 ist ein solider Allrounder, der vor allem junge Familien und Pendler ansprechen dürfte. Zwar liegt er beim Verbrauch etwas über dem Durchschnitt, doch die große Batterie kompensiert das gut.” – Automobilexperte Sarah Müller
Auch Firmenkunden, die ihren Fuhrpark elektrifizieren möchten, könnten im EV3 eine interessante Lösung finden. Dank der Variabilität bei Reichweite und Ausstattung lässt sich das Modell sehr flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen.
“Der Kia EV3 ist sicherlich kein Highend-Produkt, aber er erfüllt die Grundbedürfnisse der meisten Kunden sehr gut. Gerade im Flottenbereich könnte er eine attraktive Alternative zu den etablierten Modellen darstellen.” – Flottenexperte Thomas Weber
Wer jedoch Wert auf sportliches Fahrerlebnis, Reichweite ohne Kompromisse oder eine besonders hochwertige Ausstattung legt, der wird beim EV3 möglicherweise Abstriche machen müssen. In diesen Fällen bieten andere Elektroautos womöglich die passendere Lösung.
Noch ein Blick auf Technikbegriffe und Alltagstauglichkeit
Bevor wir zum Schluss kommen, lohnt sich noch ein kurzer Exkurs in einige Fachbegriffe rund um den Kia EV3. Zum einen ist da die Rede von “e-GMP light” – dies bezeichnet eine abgespeckte Version der E-Plattform, die im Topmodell EV6 zum Einsatz kommt.
Beim Thema Rekuperation spricht Kia von “i-Pedal 3.0”. Damit ist eine Funktion gemeint, die es dem Fahrer erlaubt, das Fahrzeug allein über das Gaspedal zu steuern und die Bremskraft fein abzustimmen. So lässt sich der EV3 besonders effizient durch den Stadtverkehr manövrieren.
Insgesamt erweist sich der Kia EV3 im Alltagstest als solider und praktischer Elektro-SUV. Zwar liegt er in puncto Verbrauch und Fahrleistungen etwas hinter den Spitzenreitern, doch für viele Nutzer dürfte das Gesamtpaket sehr attraktiv sein. Vor allem Familien und Pendler werden am EV3 ihre Freude haben.
Häufig gestellte Fragen zum Kia EV3
Wie sieht es mit der Reichweite des Kia EV3 aus?
Der Kia EV3 ist in zwei Batterievarianten erhältlich: Mit der 64-kWh-Batterie schafft er bis zu 450 Kilometer, mit der 39-kWh-Version immer noch rund 300 Kilometer.
Wie schnell lässt sich der Akku des EV3 laden?
Dank des 400-Volt-Ladesystems kann der Akku in weniger als 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Das ist für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse ein sehr guter Wert.
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Wie viel Platz bietet der Innenraum des Kia EV3?
Trotz der kompakten Außenmaße überrascht der EV3 mit einem überraschend geräumigen Innenraum. Selbst auf den Rücksitzen fühlt man sich nicht eingequetscht, und auch der Kofferraum bietet viel Stauraum.
Welche Ausstattungsvarianten gibt es beim Kia EV3?
Der EV3 ist in verschiedenen Ausstattungslinien erhältlich, die sich preislich teilweise deutlich unterscheiden. Je nach Wunschausstattung kann der Preis schnell auf über 40.000 Euro steigen.
Wie effizient ist der Kia EV3 im Verbrauch?
Der Energieverbrauch des EV3 liegt im Testbetrieb zwischen 18 und 22 kWh pro 100 Kilometer. Damit liegt er etwas über dem Durchschnitt, die große Batterie kompensiert den höheren Verbrauch aber gut.
Für wen eignet sich der Kia EV3 am besten?
Der Kia EV3 richtet sich vor allem an Familien, Pendler und Firmenkunden, die einen praktischen und bezahlbaren Elektro-SUV suchen. Sportliche Fahrer oder Vielfahrer auf der Langstrecke finden hier womöglich nicht die perfekte Lösung.
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Wie unterscheiden sich die beiden Batterievarianten des EV3?
Die 64-kWh-Version bietet eine deutlich höhere Reichweite von bis zu 450 Kilometern, dafür aber auch einen höheren Preis. Die 39-kWh-Variante kommt auf rund 300 Kilometer und ist etwas günstiger, eignet sich aber eher für Kurzstrecken.
Welche Vor- und Nachteile hat der Kia EV3 im Vergleich zur Konkurrenz?
Vorteile sind der geräumige Innenraum, die gute Alltagstauglichkeit und das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis. Nachteile sind ein leicht erhöhter Verbrauch sowie weniger Highend-Features als bei Premiummodellen.