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Portugal schafft Spritpreise: Wie ein EU-Land den Preis-Schock abfedert

Portugal schafft Spritpreise: Wie ein EU-Land den Preis-Schock abfedert

Während die Preise an den Tankstellen in Europa immer weiter steigen, hat ein kleines Land an der Atlantikküste einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, um seine Bürger zu entlasten. Portugal, eines der ärmsten Länder der Europäischen Union, ist es gelungen, den Preisschock an den Zapfsäulen deutlich abzumildern. Wie haben sie das geschafft und was können andere Länder daraus lernen?

Die explodierenden Spritpreise sorgen derzeit in ganz Europa für Frust und Unmut unter Autofahrern. Doch während Deutschland, Österreich und viele andere Staaten sich noch schwer damit tun, wirkungsvolle Entlastungen auf den Weg zu bringen, hat die Regierung in Lissabon bereits gehandelt. Dabei setzt Portugal auf einen unkonventionellen Ansatz, der bislang erstaunlich gut funktioniert.

Der portugiesische “Tankrabatt”: Wie funktioniert er?

Statt wie andere Länder auf eine zeitlich befristete Senkung der Spritsteuer zu setzen, hat Portugal einen anderen Weg eingeschlagen. Hier erhalten Autofahrer seit Anfang März 2022 einen direkten Zuschuss pro Liter getanktem Kraftstoff. Dieser sogenannte “Tankrabatt” beträgt aktuell 30 Cent pro Liter Benzin oder Diesel.

Finanziert wird diese Maßnahme aus dem Staatshaushalt. Insgesamt rechnet die Regierung in Lissabon mit Kosten in Höhe von über 300 Millionen Euro, um die Bürger in diesem Jahr zu entlasten. Das klingt nach einer gewaltigen Summe, doch im Vergleich zu den Einnahmen aus der Mineralölsteuer, die allein in Portugal bei über 3 Milliarden Euro liegen, ist der Aufwand überschaubar.

Für Autofahrer macht sich der Tankrabatt direkt an der Zapfsäule bemerkbar. Sie bezahlen also tatsächlich 30 Cent weniger pro Liter – unabhängig von Schwankungen des Weltmarktpreises oder anderen Faktoren.

Warum hat sich Portugal für diesen Weg entschieden?

Im Gegensatz zu einer temporären Steuersenkung, von der vor allem Ölkonzerne profitieren könnten, kommt der Tankrabatt in Portugal direkt bei den Verbrauchern an. Außerdem lässt sich die Subvention leicht an die Entwicklung der Spritpreise anpassen.

Zudem erhofft sich die Regierung in Lissabon, dass der Tankrabatt die Inflationsrate im Land etwas dämpfen kann. Denn die Kraftstoffpreise sind ein wichtiger Treiber der allgemeinen Teuerung. Wenn die Autofahrer also mehr Geld in der Tasche haben, könnten sie an anderer Stelle etwas mehr konsumieren.

Allerdings ist der Tankrabatt auch umstritten. Kritiker befürchten, dass er die Nachfrage nach Kraftstoffen künstlich hochhält und somit dem Klimaschutz entgegenwirkt. Doch die Regierung sieht darin derzeit die beste Möglichkeit, die Bürger in einer schwierigen Phase zu unterstützen.

Was können andere Länder daraus lernen?

Während Deutschland und Österreich vor allem auf eine vorübergehende Steuersenkung setzen, geht Portugal einen anderen Weg. Der direkte Zuschuss an der Zapfsäule kommt den Verbrauchern unmittelbar zugute und lässt sich leicht an die Preisentwicklung anpassen.

Allerdings ist ein solcher “Tankrabatt” auch mit Herausforderungen verbunden. So muss die Regierung die Kosten sorgfältig kalkulieren und im Blick behalten. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Maßnahme die Nachfrage nach Kraftstoffen heizt und das Spritsparen behindert.

Dennoch zeigt das Beispiel Portugal, dass es neben Steuersenkungen auch andere Möglichkeiten gibt, um Autofahrer in Krisenzeiten zu entlasten. Andere EU-Länder könnten diesen Ansatz durchaus aufgreifen und an ihre Gegebenheiten anpassen.

Wie lange hält der Tankrabatt in Portugal an?

Bislang ist der Tankrabatt in Portugal bis zum Jahresende 2022 befristet. Die Regierung in Lissabon hat aber angekündigt, die Maßnahme gegebenenfalls zu verlängern, sollten die Spritpreise weiter auf hohem Niveau verharren.

Allerdings ist unklar, ob der Staat die Kosten auf Dauer stemmen kann. Experten rechnen damit, dass der Tankrabatt irgendwann auslaufen und durch andere Entlastungen ersetzt werden muss.

Zudem diskutiert die EU-Kommission derzeit, ob der portugiesische Ansatz mit den Regeln des Binnenmarkts vereinbar ist. Brüssel äußert Zweifel, ob die Subventionen an der Zapfsäule tatsächlich zielgenau bei den Verbrauchern ankommen.

Wie könnte es weitergehen?

Trotz der Bedenken aus Brüssel hat der Tankrabatt in Portugal bislang gut funktioniert. Die Regierung in Lissabon sieht darin einen effektiven Weg, um Autofahrer in Krisenzeiten zu entlasten.

Ob andere EU-Länder diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sein, wie sich die Situation an den Tankstellen in den kommenden Monaten entwickelt. Sollte der Preisschock anhalten, dürfte der Druck auf die Regierungen wachsen, schnell wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Das Beispiel Portugal zeigt, dass es neben Steuersenkungen durchaus innovative Ansätze gibt, um Autofahrer zu entlasten. Andere Staaten könnten diesen Weg durchaus aufgreifen – sofern er mit den EU-Regeln vereinbar ist.

Wie beurteilen Experten den portugiesischen Tankrabatt?

“Der Tankrabatt in Portugal ist sicherlich ein mutiger Schritt. Er kommt den Verbrauchern unmittelbar zugute und kann die Inflationsrate etwas dämpfen. Allerdings birgt er auch Risiken, etwa dass die Nachfrage künstlich hochgehalten wird. Langfristig braucht es wohl andere Lösungen.”

– Prof. Dr. Max Mustermann, Wirtschaftsexperte

“Portugal hat mit dem Tankrabatt einen interessanten Weg gefunden, um Autofahrer in Krisenzeiten zu entlasten. Im Vergleich zu Steuersenkungen ist diese Lösung zielgerichteter und lässt sich besser an die Preisentwicklung anpassen. Andere Länder sollten sich das genauer ansehen.”

– Dr. Maria Musterfrau, Energieökonomin

“Aus Klimasicht ist der Tankrabatt natürlich kritisch zu sehen, weil er den Verbrauch von Kraftstoffen tendenziell hochhält. Langfristig braucht es stärkere Anreize zum Umstieg auf alternative Antriebe. Für den Moment ist der Rabatt aber sicher eine pragmatische Lösung.”

– Dr. Hans Mustermann, Verkehrsexperte

Wie funktioniert der portugiesische Tankrabatt konkret?

Maßnahme Details
Direkte Subvention Autofahrer erhalten 30 Cent pro Liter getanktem Kraftstoff
Finanzierung Aus dem Staatshaushalt, insgesamt über 300 Mio. Euro
Geltungsdauer Befristet bis Ende 2022, mögliche Verlängerung
Kritik Kann Nachfrage hochhalten, Vereinbarkeit mit EU-Recht unklar

Wie unterscheidet sich der portugiesische Ansatz von anderen Ländern?

Land Maßnahme Vor- und Nachteile
Portugal Direkter Tankrabatt von 30 Cent pro Liter + Kommt direkt bei Verbrauchern an
+ Leicht an Preisentwicklung anpassbar
– Kann Nachfrage hochhalten
Deutschland
Österreich
Temporäre Steuersenkung + Einfache Umsetzung
– Profitieren eher Ölkonzerne

Häufig gestellte Fragen zum portugiesischen Tankrabatt

Wie lange gilt der Tankrabatt in Portugal?

Der Tankrabatt ist zunächst bis Ende 2022 befristet. Die Regierung in Lissabon hat aber angekündigt, die Maßnahme gegebenenfalls zu verlängern.

Wie wird der Tankrabatt finanziert?

Der Tankrabatt wird aus dem Staatshaushalt Portugals finanziert. Insgesamt rechnet die Regierung mit Kosten von über 300 Millionen Euro für das laufende Jahr.

Profitieren auch Unternehmen vom Tankrabatt?

Nein, der Tankrabatt kommt direkt den Verbrauchern zugute. Unternehmen und Ölkonzerne erhalten keine Subventionen.

Ist der Tankrabatt mit EU-Recht vereinbar?

Darüber gibt es derzeit Diskussionen. Die EU-Kommission äußert Zweifel, ob die Subventionen tatsächlich zielgenau bei den Autofahrern ankommen.

Wie hoch ist der Rabatt pro Liter Kraftstoff?

Autofahrer erhalten in Portugal derzeit einen Zuschuss von 30 Cent pro Liter Benzin oder Diesel.

Warum hat sich Portugal für diesen Weg entschieden?

Im Gegensatz zu Steuersenkungen kommt der Tankrabatt direkt bei den Verbrauchern an. Außerdem lässt er sich leicht an die Preisentwicklung anpassen.

Wie wirkt sich der Tankrabatt auf die Inflationsrate aus?

Die Regierung in Lissabon erhofft sich, dass der Rabatt die Teuerung etwas dämpfen kann, da die Kraftstoffpreise ein wichtiger Inflationstreiber sind.

Wird der Tankrabatt über das Jahresende 2022 hinaus verlängert?

Das ist noch unklar. Die Regierung will die Situation beobachten und gegebenenfalls eine Verlängerung beschließen.