Es ist frustrierend, wenn der Garten nach Regenfällen in eine matschige Schlammwüste verwandelt wird. Viele Gartenbesitzer denken dann sofort an aufwendige und teure Drainage-Arbeiten mit Baggern, Kies und Rohren. Dabei gibt es oft eine einfachere und kostengünstigere Lösung: Bodendecker-Pflanzen. Diese können den Boden stabilisieren, Feuchtigkeit aufnehmen und Ihren Garten wieder begehbar machen.
Warum versinkt der Garten überhaupt im Schlamm? Und welche Bodendecker eignen sich am besten, um das Problem zu lösen? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten mit der richtigen Bepflanzung wieder trocken und fest bekommen.
Warum der Garten überhaupt zur Schlammpiste wird
Hauptgrund für matschige Böden ist meist ein zu hoher Grundwasserspiegel oder eine schlechte Drainage. Bei starken Regenfällen kann der Boden die Wassermassen dann nicht mehr aufnehmen und es bildet sich Schlamm. Auch schwere, lehmhaltige Böden neigen eher zum Verschlammen als sandige Substrate.
Hinzu kommt, dass viele Hausbesitzer ihren Garten zu wenig bepflanzen. Ohne die stabilisierende Wirkung von Wurzeln wird der Boden schnell aufgeweicht. Bodendecker-Pflanzen können hier Abhilfe schaffen.
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Nicht zuletzt spielt auch der Trittverkehr im Garten eine Rolle. Je mehr Menschen und Tiere auf den matschigen Böden herumtrampeln, desto schlimmer wird die Situation. Eine geschickte Bepflanzung kann den Garten also nicht nur attraktiver, sondern auch begehbarer machen.
Wie Bodendecker einen nassen Garten verändern
Bodendecker-Pflanzen haben verschiedene Eigenschaften, die sie zu idealen Helfern bei nassem Boden machen:
- Durchwurzelung: Mit ihren dichten Wurzelteppichen stabilisieren Bodendecker den Boden und verhindern, dass er aufweicht.
- Wasserspeicherung: Viele Bodendecker können große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben. So regulieren sie den Wasserhaushalt.
- Bodenbedeckung: Die dichte Bepflanzung schützt den Boden vor dem direkten Eintrag von Wasser und Schmutz.
Je mehr Feuchtigkeit die Pflanzen aufnehmen und je stabiler der Boden wird, desto begehbarer ist der Garten. Manche Bodendecker-Arten können sogar eine herkömmliche Drainage ersetzen.
Die 11 besten Bodendecker für nasse und matschige Flächen
Nicht jede Bodendeckerart ist für nasse Standorte geeignet. Die folgenden 11 Pflanzen haben sich in der Praxis besonders bewährt:
| Pflanzenart | Eigenschaften |
|---|---|
| Kriechender Günsel (Ajuga reptans) | Robust, schnellwachsend, blau-violette Blüten |
| Weiße Stengellose Silberwurz (Dryas octopetala) | Wintergrün, weiße Blüten, gute Erosionsbekämpfung |
| Kleines Immergrün (Vinca minor) | Wintergrün, blaue Blüten, verbreitet sich schnell |
| Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris) | Blaue Blüten, verträgt zeitweise Überstauung |
| Große Sumpfhauswurz (Rhodiola rosea) | Winterhart, rote Blüten, besonders für Schatten |
So pflanzen Sie Bodendecker richtig in nasse Böden
Damit Bodendecker-Pflanzen ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie richtig gepflanzt werden. Hier sind ein paar wichtige Tipps:
Bereiten Sie den Boden sorgfältig vor, indem Sie ihn auflockern und mit etwas Kompost oder Perlit vermischen. So verbessern Sie die Drainage und Nährstoffversorgung. Pflanzen Sie die Bodendecker dann am besten im Frühjahr oder Herbst, wenn der Boden feucht, aber nicht vollgesogen ist.
Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Oberfläche der Wurzelballen bündig mit dem Boden abschließt. Verteilen Sie die Pflanzen gleichmäßig und lassen Sie genug Platz zwischen ihnen, damit sie sich gut ausbreiten können.
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Gießen Sie die Bodendecker in den ersten Wochen regelmäßig an, bis sie gut angewachsen sind. Danach brauchen sie in der Regel nur noch wenig zusätzliche Feuchtigkeit. Vermeiden Sie es, die Pflanzen zu stark zu beschneiden, da das ihre Bodenbindung schwächt.
Risiken, Giftpflanzen und was Sie beachten sollten
Bei der Auswahl und Pflanzung von Bodendecker-Arten gibt es einige Dinge zu beachten:
Manche Bodendeckerpflanzen können giftig sein, vor allem für Kinder und Haustiere. Dazu gehören zum Beispiel Efeu, Immergrün oder Herbstzeitlose. Informieren Sie sich also über die Inhaltsstoffe und Eigenschaften der Pflanzen, bevor Sie sie einsetzen.
Einige Arten wie Gundermann oder Schattenklee breiten sich sehr schnell aus und können zur Plage werden. Setzen Sie sie am besten nur in klar abgegrenzten Bereichen ein. Halten Sie den Pflegeaufwand für Ihre Bodendecker-Flächen auch insgesamt im Blick.
Nicht überall können Bodendecker eine Drainage ersetzen. Bei sehr hohem Grundwasserstand oder Staunässe ist weiterhin eine technische Lösung erforderlich. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit einem Gartenexperten.
Wo Bodendecker Drainage ersetzen können – und wo nicht
Bodendecker sind eine hervorragende Ergänzung zu konventionellen Drainage-Systemen. In vielen Fällen können sie diese sogar komplett ersetzen:
| Einsatzmöglichkeit | Bedingungen |
|---|---|
| Drainage ersetzen | Bei leichten bis mittelschweren Böden, moderate Staunässe |
| Drainage ergänzen | Bei schweren Böden, starkem Grundwasseranstieg |
| Drainage unerlässlich | Bei extremen Standorten mit Dauervernässung |
Die richtige Bepflanzung mit Bodendecker-Pflanzen kann also in vielen Fällen eine teure Drainage ersetzen. Achten Sie aber darauf, dass die Standortbedingungen dafür geeignet sind. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich von einem Experten beraten zu lassen.
“Bodendecker sind ein hervorragendes, kostengünstiges und umweltfreundliches Mittel, um nasse und schlammige Böden zu stabilisieren. Sie können eine klassische Drainage ersetzen und sorgen gleichzeitig für ein attraktives Gartenbild.”
— Gartenbauingenieur Max Müller
Bodendecker-Pflanzen sind also eine einfache und effektive Lösung für verschlammte Gärten. Mit der richtigen Auswahl und Pflanzung können Sie Ihren Rasen oder Gartenweg wieder begehbar machen, ohne teure Tiefbauarbeiten in Kauf nehmen zu müssen.
FAQ: Bodendecker gegen Schlamm im Garten
Welche Bodendecker sind besonders für nasse Böden geeignet?
Gute Wahl sind zum Beispiel Kriechender Günsel, Sumpf-Vergissmeinnicht, Große Sumpfhauswurz oder Kleines Immergrün. Sie vertragen Staunässe gut und stabilisieren den Boden.
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Wann ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen?
Ideal sind Frühjahr und Herbst, wenn der Boden feucht aber nicht vollgesogen ist. So haben die Pflanzen genug Zeit, sich zu etablieren.
Müssen Bodendecker besonders gepflegt werden?
Bodendecker brauchen in der Regel nur wenig Pflege. Gießen Sie sie in den ersten Wochen regelmäßig an und vermeiden Sie starkes Zurückschneiden. Ansonsten kümmern sie sich selbst um eine gute Bodenbedeckung.
Können Bodendecker eine Drainage komplett ersetzen?
In vielen Fällen ja, besonders bei leichteren Böden. Bei starker Staunässe oder hohem Grundwasserstand sind aber weiterhin technische Drainage-Lösungen sinnvoll.
Welche Risiken gibt es bei Bodendeckern?
Manche Arten wie Efeu oder Herbstzeitlose können giftig sein. Andere breiten sich sehr stark aus und werden zur Plage. Informieren Sie sich also vorher über die Eigenschaften der Pflanzen.
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Wo bekomme ich die richtigen Bodendecker-Pflanzen?
In jedem gut sortieren Gartencenter oder Baumarkt finden Sie eine Auswahl an geeigneten Bodendecker-Arten. Auch Online-Händler bieten oft eine große Auswahl.
Wie viele Bodendecker brauche ich für meine Fläche?
Das hängt von der Größe der Fläche und der Wuchsstärke der Pflanzen ab. Rechnen Sie etwa 4-6 Pflanzen pro Quadratmeter ein. Lassen Sie beim Pflanzen auch genug Platz für die Ausbreitung.
Wie lange dauert es, bis der Boden stabilisiert ist?
Die Pflanzen benötigen in der Regel 1-2 Wachstumssaisonen, um den Boden richtig zu durchdringen und zu stabilisieren. Geben Sie ihnen also etwas Zeit, bis sich der Effekt voll entfaltet.
Können Bodendecker auch in Beeten und Rabatten verwendet werden?
Ja, viele Bodendecker-Arten eignen sich auch hervorragend als Unterpflanzung in Staudenbeeten oder Zierrabatten. Sie sorgen dort für eine ganzjährige Bodenbedeckung.