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5 Sätze, die unbemerkt jede Emotion zerstören – laut Neuropsychologin

5 Sätze, die unbemerkt jede Emotion zerstören – laut Neuropsychologin

Oftmals fällt es Menschen schwer, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Doch wenn das Gegenüber die Emotionen des Anderen nicht wertschätzt, kann das zu großen Problemen führen. Eine Neuropsychologin erklärt, welche scheinbar harmlosen Sätze in Wirklichkeit jede Emotion heimlich zerstören können.

Was bedeutet “emotionale Abwertung” eigentlich?

Unter emotionaler Abwertung versteht man die unbewusste Herabwürdigung der Gefühle einer anderen Person. Das Gegenüber signalisiert damit, dass die Emotionen des Anderen nicht wirklich wichtig sind oder als übertrieben empfunden werden. Solche Reaktionen können Beziehungen stark belasten und das Selbstvertrauen des Anderen untergraben.

Oft passiert emotionale Abwertung ganz unabsichtlich, weil wir selbst unsicher mit Gefühlen umgehen. Doch die Auswirkungen sind trotzdem folgenschwer. Betroffene fühlen sich missverstanden, unverstanden und verletzt.

Um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, ist es wichtig, dass wir für die eigenen Gefühle und die unserer Mitmenschen sensibler werden.

Diese Sätze können Emotionen kleinreden

Laut der Neuropsychologin Johanna Meyer gibt es fünf Sätze, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, aber Gefühle unbemerkt zerstören können:

“Das ist doch gar nicht so schlimm.”

Dieser Satz signalisiert dem Gegenüber, dass seine Emotion übertrieben ist und er sich nicht so anstellen soll. Stattdessen wäre es besser, einfühlsam nachzufragen, was genau los ist und dem Anderen zuzuhören.

“Reg dich doch nicht so auf!”

Mit dieser Aussage wird die Emotion des Anderen direkt abgewertet. Stattdessen sollte man versuchen herauszufinden, was der Grund für die starke Emotion ist und dem Gegenüber Verständnis entgegenzubringen.

“Das sehe ich ganz anders.”

Dieser Satz suggeriert, dass die Emotion des Anderen falsch oder unangebracht ist. Stattdessen könnte man sagen: “Ich kann verstehen, warum du das so empfindest. Lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen.”

“Du bist ja so empfindlich!”

Mit dieser Aussage wird dem Gegenüber indirekt vorgeworfen, zu sensibel zu sein. Stattdessen sollte man anerkennen, dass Gefühle nun mal individuell und unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

“Mach dir darüber keine Gedanken.”

Dieser Satz signalisiert, dass die Emotion des Anderen unbegründet ist und man sich damit nicht auseinandersetzen muss. Stattdessen wäre es besser, dem Gegenüber zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Warum werten wir Gefühle anderer oft ab?

Laut der Neuropsychologin Johanna Meyer gibt es mehrere mögliche Gründe, warum Menschen dazu neigen, die Gefühle anderer abzuwerten:

Oft haben wir selbst Schwierigkeiten mit unseren eigenen Emotionen und fühlen uns damit unwohl. Dann neigen wir dazu, auch die Gefühle anderer herunterzuspielen, um uns selbst besser zu fühlen.

Manchmal wollen wir Konflikte auch vermeiden und hoffen, dass die andere Person ihre Emotion einfach schnell “abschaltet”. Doch das führt langfristig zu noch größeren Problemen in der Beziehung.

Außerdem sind wir in unserer Gesellschaft oft daran gewöhnt, Gefühle als Schwäche darzustellen. Stattdessen sollten wir lernen, Emotionen als etwas Normales und Menschliches zu akzeptieren.

Wie erkenne ich, ob ich selbst abwertend reagiere?

Oft passiert emotionale Abwertung ganz unbewusst. Deshalb ist es wichtig, dass wir für unsere eigenen Reaktionen sensibel werden. Laut der Neuropsychologin Johanna Meyer gibt es einige Anzeichen dafür, dass man selbst Gefühle nicht wertschätzt:

Man reagiert genervt oder ungeduldig, wenn jemand seine Emotionen zeigt. Man versucht, die Situation schnell zu beenden, anstatt dem Anderen wirklich zuzuhören. Oder man bringt Ratschläge ein, ohne vorher nachzufragen, was den Anderen wirklich beschäftigt.

Wer auf diese Warnsignale achtet, kann in Zukunft sensibler mit den Gefühlen des Gegenübers umgehen.

Wie bestätigt man Gefühle respektvoll?

Statt Emotionen abzuwerten, ist es wichtig, sie respektvoll zu bestätigen. Dafür gibt es ein paar hilfreiche Strategien:

Hören Sie dem Anderen aktiv und aufmerksam zu, ohne ihn zu unterbrechen. Zeigen Sie durch Blickkontakt und Körpersprache, dass Sie interessiert sind. Fragen Sie nach, was genau los ist und was der Andere gerade fühlt.

Versuchen Sie dann, die Emotion des Anderen in Ihren eigenen Worten wiederzugeben. Das zeigt, dass Sie verstanden haben, wie er sich fühlt. Sagen Sie zum Beispiel: “Ich sehe, du bist gerade sehr wütend darüber, dass…”.

Vermeiden Sie Urteile oder Ratschläge und konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, dem Anderen Verständnis und Wertschätzung entgegenzubringen. Sagen Sie: “Das kann ich gut verstehen. Lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen.”

Welche Folgen hat dauerhafte emotionale Abwertung?

Wenn Menschen ihre Gefühle immer wieder abgewertet sehen, kann das langfristig zu schwerwiegenden Problemen führen:

Sie fangen an, ihre Emotionen zu unterdrücken und zeigen sie nicht mehr offen. Das belastet auf Dauer die Beziehungen zu anderen Menschen.

Betroffene entwickeln häufig ein geringes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sie glauben, mit ihren Gefühlen etwas falsch zu machen.

In extremen Fällen kann dauerhafte emotionale Abwertung sogar zu Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen führen.

So können Sie im Alltag besser mit Gefühlen umgehen

Laut der Neuropsychologin Johanna Meyer gibt es ein paar einfache Dinge, die jeder im Alltag tun kann, um respektvoller mit Gefühlen umzugehen:

Üben Sie, Ihren eigenen Emotionen mit Achtsamkeit zu begegnen, anstatt sie zu unterdrücken. Sprechen Sie offen darüber, wie Sie sich fühlen.

Wenn Sie merken, dass Sie selbst dabei sind, die Emotionen eines anderen abzuwerten, stoppen Sie kurz inne. Fragen Sie sich, was der wirkliche Grund für Ihre Reaktion ist.

Trainieren Sie, dem Gegenüber aktiv zuzuhören und seine Gefühle in Ihren eigenen Worten wiederzugeben. Das zeigt, dass Sie verstanden haben, was los ist.

Denken Sie daran: Gefühle sind normal und menschlich. Je besser wir lernen, damit umzugehen, desto erfüllender werden unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

FAQ

Wie kann ich Gefühle besser in Worte fassen?

Üben Sie, Ihre Emotionen bewusst wahrzunehmen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Beschreiben Sie, was Sie körperlich spüren und welche Gedanken und Bedürfnisse damit verbunden sind.

Was, wenn der andere nicht auf meine Gefühle eingehen will?

Versuchen Sie zunächst ruhig und geduldig, Ihre Sichtweise zu erklären. Wenn das nicht hilft, ist es manchmal besser, die Situation vorübergehend zu beenden und später nochmal darauf zurückzukommen.

Wie kann ich Kinder beibringen, respektvoll mit Gefühlen umzugehen?

Seien Sie selbst ein Vorbild, indem Sie Ihre eigenen Emotionen wertschätzen und die Gefühle Ihrer Kinder ernst nehmen. Ermutigen Sie sie, darüber zu sprechen, und bestätigen Sie ihre Erlebnisse.

Was kann ich tun, wenn ich selbst dazu neige, Gefühle abzuwerten?

Versuchen Sie, in solchen Momenten innezuhalten und darüber nachzudenken, warum Sie so reagieren. Üben Sie, dem Anderen mit mehr Geduld und Verständnis zu begegnen.

Sind manche Emotionen “falsch” oder “übertrieben”?

Nein, jede Emotion ist individuell und hat ihre Berechtigung. Auch wenn sie manchmal unangenehm erscheinen, sind sie Teil des menschlichen Erlebens und sollten respektiert werden.

Wie kann ich Konflikte vermeiden, wenn Gefühle im Spiel sind?

Versuchen Sie, die Emotionen des Anderen wertschätzend anzuerkennen, anstatt sie abzuwerten. Hören Sie aktiv zu und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen, mit denen beide Seiten leben können.

Kann man Gefühle auch zu sehr in den Vordergrund stellen?

Ja, es ist wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gefühlen und Rationalität zu finden. Manchmal ist es besser, die Emotionen kurz zurückzustellen, um eine Situation sachlich zu betrachten.

Wie kann ich besser mit meinen eigenen Gefühlen umgehen?

Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Emotionen bewusst wahrzunehmen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen, oder nutzen Sie andere Wege der Selbstreflexion.

Was tun, wenn jemand meine Gefühle permanent abwertet?

Sprechen Sie die Person direkt darauf an und erklären Sie, wie Sie sich dabei fühlen. Wenn sich nichts ändert, überlegen Sie, ob die Beziehung für Sie noch gesund ist und setzen Sie Grenzen.