Igel sind nicht nur süß anzusehen, wenn sie durch unsere Gärten huschen. Die kleinen Insektenfresser spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Doch immer mehr Igel kämpfen ums Überleben – viele von ihnen finden keine ausreichende Nahrung mehr. Hier erfahren Sie, was Igel wirklich fressen dürfen und wie Sie ihnen mit der richtigen Fütterung helfen können.
Hecken verschwinden, Giftmittel werden eingesetzt und die Lebensräume der Igel schrumpfen. Kein Wunder, dass die kleinen Stacheltiere immer seltener zu sehen sind. Umso wichtiger ist es, dass wir Gartenbesitzer Igel gezielt unterstützen und ihnen ein sicheres Zuhause bieten.
Warum Igel überhaupt Hilfe am Futternapf brauchen
Igel sind echte Alleskönner, wenn es um die Jagd nach Nahrung geht. Normalerweise ernähren sie sich von Würmern, Insekten, Schnecken und sogar kleinen Nagetieren. Doch durch den Rückgang von Grünflächen und den vermehrten Einsatz von Pestiziden in Gärten und auf Feldern, haben Igel immer größere Probleme, ausreichend Beute zu finden.
Vor allem im Herbst, wenn sich die Igel für den Winterschlaf vorbereiten müssen, benötigen sie besonders viel Futter, um genügend Speck anzusetzen. Hier können wir Gartenbesitzer mit der richtigen Fütterung helfen und den Igeln so den Übergang in den Winterschlaf erleichtern.
Doch Vorsicht: Nicht jedes Futter ist für Igel geeignet. Manche Lebensmittel können den Stacheltieren sogar schaden. Erfahren Sie im Folgenden, welche Vorratskammer-Helfer Igel wirklich fressen dürfen.
Sechs sichere Vorratskammer-Foods für Igel
Um Igel optimal zu unterstützen, sollten Sie auf natürliche, unverarbeitete Lebensmittel setzen. Ideal sind zum Beispiel:
| Futter | Warum es geeignet ist |
|---|---|
| Katzenfutter (Nassfutter) | Katzenfutter enthält viele Nährstoffe, die auch für Igel wichtig sind. Achten Sie darauf, dass es keine Zusätze wie Zucker oder Gewürze enthält. |
| Hundenäpfe | Auch Hundenäpfe liefern wichtige Proteine und Fette. Wählen Sie am besten trockenes Futter ohne Zusätze. |
| Katzen- oder Hundenäpfe | Diese sind eine gute Ergänzung zur normalen Nahrung der Igel. Achten Sie aber darauf, dass sie ohne Salz oder andere Gewürze zubereitet sind. |
| Mehlwürmer | Mehlwürmer sind reich an Eiweiß und Fett – genau das, was Igel im Herbst brauchen. Sie können Mehlwürmer als Leckerbissen anbieten. |
| Frisches Obst | Äpfel, Birnen oder Beeren liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Schneiden Sie das Obst in mundgerechte Stücke. |
| Rohes Ei | Rohes Ei ist ebenfalls eine gute Eiweißquelle für Igel. Geben Sie es am besten mit etwas Wasser vermischt. |
Wichtig ist, dass Sie die Portionen angemessen bemessen. Zu viel Futter kann den Igeln genauso schaden wie eine unausgewogene Ernährung.
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Wasser: das wichtigste „Futter” überhaupt
Neben der richtigen Nahrung brauchen Igel vor allem eines: Wasser. Gerade im Sommer, wenn es heiß und trocken ist, benötigen die Stacheltiere viel Flüssigkeit. Stellen Sie ihnen daher am besten einen flachen Wassertrog auf, den sie leicht erreichen können.
Achten Sie darauf, dass das Wasser täglich erneuert wird und nicht verschmutzt ist. Igel nutzen Wasserstellen nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden. So können sie Parasiten loswerden und ihre Haut pflegen.
Ohne ausreichend Wasser können Igel schnell austrocknen und gesundheitliche Probleme bekommen. Daher ist eine zuverlässige Wasserversorgung essenziell – vor allem in den Sommermonaten.
Finger weg: Was Igel stark schädigen kann
Nicht jedes Futter ist für Igel geeignet. Manche Lebensmittel können den Stacheltieren sogar schweren Schaden zufügen. Deshalb sollten Sie unbedingt folgende Dinge vermeiden:
| Futter | Warum es schädlich ist |
|---|---|
| Milchprodukte | Igel haben Probleme mit der Verdauung von Milchzucker. Das kann zu Durchfall und Gesundheitsproblemen führen. |
| Getreideprodukte | Brot, Nudeln oder Reis sind für Igel ungeeignet. Sie können die Nährstoffe nicht gut verwerten. |
| Süßigkeiten | Zucker und andere Zusätze in Süßigkeiten sind für Igel giftig und können ihre Gesundheit gefährden. |
| Rohes Fleisch | Rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten, die Igel schädigen können. Besser ist gekochtes Futter. |
Auch wenn es verlockend erscheint, Igel mit Essensresten zu füttern – lassen Sie lieber die Finger davon. Nur mit der richtigen, artgerechten Ernährung können Sie den Tieren wirklich helfen.
Der igelfreundliche Garten als echte Lebensversicherung
Neben der richtigen Fütterung können Gartenbesitzer noch auf eine andere Weise Igel unterstützen: durch die Gestaltung eines igelfreundlichen Gartens. Denn der Rückgang von naturnahen Grünflächen ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Igelbestände.
Legen Sie daher Hecken an, die Igeln Unterschlupf bieten. Verzichten Sie auf Pestizide und Herbizide und belassen Sie Totholz und Laubhaufen, in denen Igel überwintern können. Je abwechslungsreicher Ihr Garten, desto mehr Futter finden die Stacheltiere.
Mit ein paar einfachen Maßnahmen schaffen Sie so einen echten Rückzugsort für Igel – und tragen dazu bei, dass diese faszinierenden Tiere auch in Zukunft bei uns zu Hause sind.
Wie oft und wann Sie füttern sollten
Die Fütterung von Igeln sollte regelmäßig, aber nicht ständig erfolgen. Am besten bieten Sie den Tieren das Futter morgens und abends an. So haben sie tagsüber genug Zeit, ihre natürliche Beute zu jagen.
Im Sommer reicht eine Fütterung pro Tag aus. Im Herbst, wenn sich die Igel auf den Winterschlaf vorbereiten müssen, erhöhen Sie die Ration am besten auf zwei Mal täglich.
Achten Sie aber darauf, dass Sie die Portionen nicht zu groß bemessen. Überfütterung kann den Igeln ebenso schaden wie Unterernährung. Beobachten Sie die Tiere und passen Sie die Futtermenge entsprechend an.
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Wann zum Tierarzt oder zur Igelstation?
Manchmal brauchen Igel mehr Hilfe, als wir ihnen in unserem Garten geben können. Wenn Sie verletzte, kranke oder unterernährte Tiere finden, ist es am besten, sie umgehend in eine Igelstation zu bringen.
“Vor allem im Frühjahr und Herbst finden wir viele schwache Igel, die ohne medizinische Versorgung keine Chance hätten. Unsere Mitarbeiter können die Tiere dann aufpäppeln und im Anschluss wieder in die Natur entlassen.”
– Sabine Müller, Leiterin der Igelstation Rhein-Main
Auch wenn Igel allgemein als robust gelten, können sie schnell in Schwierigkeiten geraten. Seien Sie also aufmerksam und zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es nötig ist.
Warum Insekten wichtiger sind als jede Futterschüssel
Auch wenn Fütterungsaktionen im Garten den Igeln in Notzeiten helfen können, sollten wir langfristig an einer naturnahen Gartengestaltung arbeiten. Denn die beste Nahrung für Igel sind und bleiben Insekten, Würmer und Co.
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“Viele Menschen meinen, sie täten Igeln einen Gefallen, wenn sie ihnen Futter anbieten. Tatsächlich ist es aber wichtiger, die natürlichen Lebensräume der Tiere zu erhalten. Nur so können sie langfristig überleben.”
– Dr. Anna Lena Weber, Biologin
Deshalb sollten wir als Gartenbesitzer vor allem darauf achten, unsere Grünflächen möglichst vielfältig und naturnah zu gestalten. Je mehr Insekten und Kleintiere in Ihrem Garten leben, desto besser versorgt sind die Igel ganzjährig.
Letztendlich geht es also darum, den Igeln nicht nur im Herbst unter die Stacheln zu greifen, sondern ihnen das ganze Jahr über ein geeignetes Zuhause zu bieten. Dann können die faszinierenden Tiere hoffentlich auch in Zukunft ungestört durch unsere Gärten streifen.
FAQ
Wie viel Futter braucht ein Igel pro Tag?
Ein erwachsener Igel benötigt etwa 100-150 Gramm Futter pro Tag. Im Herbst, wenn sie sich auf den Winterschlaf vorbereiten, erhöht sich der Bedarf auf 150-200 Gramm.
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Können Igel auch Hundenäpfe fressen?
Ja, Hundenäpfe können eine gute Ergänzung zur natürlichen Nahrung der Igel sein. Achten Sie aber darauf, dass es sich um ungewürztes, trockenes Futter ohne Zusätze handelt.
Müssen Igel im Garten gefüttert werden?
Nein, Igel können in der Regel selbstständig genug Nahrung in Ihrem Garten finden. Eine zusätzliche Fütterung ist nur in Notzeiten wie extremer Trockenheit oder strengen Wintern sinnvoll.
Wann ist die beste Zeit, um Igel zu füttern?
Am besten bieten Sie den Igeln das Futter morgens und abends an. So haben sie tagsüber genug Zeit, ihre natürliche Beute zu jagen.
Kann ich Igel auch in meiner Garage überwintern lassen?
Nein, das ist nicht zu empfehlen. Igel brauchen einen ruhigen, ungestörten Platz zum Überwintern. Am besten lassen Sie sie in Ruhe in Ihrem Garten überwintern.
Was tun, wenn ich einen verletzten Igel finde?
Bringen Sie den Igel am besten umgehend zu einer Igelstation oder einem Tierarzt. Dort erhalten sie die nötige medizinische Versorgung und Pflege.
Wie oft muss ich den Futternapf auffüllen?
Im Sommer reicht es meist, den Futternapf einmal täglich aufzufüllen. Im Herbst sollten Sie ihn besser zwei Mal pro Tag auffüllen.
Können Igel auch Obst und Gemüse fressen?
Ja, Obst wie Äpfel, Birnen oder Beeren können eine gute Ergänzung zur normalen Igelnahrung sein. Achten Sie aber darauf, es in mundgerechte Stücke zu schneiden.
Wo finde ich eine Igelstation in meiner Nähe?
Im Internet finden Sie eine Übersicht